Lage und Umgebung von NeuschwansteinDas Schloss Neuschwanstein erhebt sich auf einem Felsen etwas östlich von Füssen im schönen Allgäu. Hier im südlichen Bayern erstreckt sich nördlich des Schlosses eine herrliche Seenlandschaft mit dem Hopfensee, dem Forggensee und dem Bannwaldsee. Bis zur Grenze zu Österreich sind es nur wenige Kilometer. Direkt gegenüber von Neuschwanstein liegt das Schloss Hohenschwangau, das Zuhause von Ludwig II. in jungen Jahren. Geheimnisvoll und dunkel liegt unterhalb von Hohenschwangau der kleine, sagenumwobene Alpsee. Schon König Ludwig liebte das stille Gewässer und unternahm hier viele Spaziergänge am Ufer. Heute ist der Alpsee ein beliebter Badesee am Fuße der beiden Schlösser. Der unvergängliche MythosEs sind seltsame Geschichten, die sich um den 1845 geborenen König Ludwig II. von Bayern ranken. Verträumt und zurückgezogen schuf er sich eine ganz eigene Welt, indem er traumhaft schöne und architektonisch einzigartige Schlösser erbaute – natürlich ist Schloss Neuschwanstein das bekannteste unter ihnen. Nach dem Vorbild mittelalterlicher Mythen identifizierte sich Ludwig mehr und mehr mit Parzival, dem Gralskönig. Der Mythos um den Ritter Parzival auf der Suche nach dem heiligen Gral, der in Deutschland erstmals um 1200 von einem der größten mittelalterlichen Epiker, Wolfram von Eschenbach, in schriftlicher Form festgehalten wurde, ist seither mit dem Schloss Neuschwanstein verbunden. Und auch heute noch hat das Schloss nichts von seiner märchenhaften und transzendenten Kraft verloren, die ihr der Erbauer König Ludwig II. einst schenkte. Architektur und AusstattungDie Türme des Märchenschlosses Historiker und Mediävisten schütteln nur den Kopf, wenn bei Schloss Neuschwanstein
von einer „mittelalterlichen Burg“ die Rede ist. Es gab in der Tat keine einzige Burg im Mittelalter, die
Neuschwanstein auch nur annähernd ähnelte. Der Prachtbau aus dem 19. Jahrhundert ist das idealisierte Modell
einer mittelalterlichen Ritterburg, so wie König Ludwig sie sich in seinen Tagträumereien auf romantische Art
und Weise vorstellte. Modernste TechnikDoch auch König Ludwig II. stand mit einem Fuß noch in der Moderne, und nutzte den technischen Fortschritt der Gegenwart, um seinen Aufenthalt im Schloss so komfortabel wie möglich zu gestalten. So gab es im Schloss eine zentrale Beheizungsmöglichkeit und überall fließendes Wasser. Für die Kommunikation mit seinen Bediensteten nutzte der König eine elektrische Rufanlage. Auch ein Telefonanschluss stand ihm zur Verfügung – damals alles andere als eine Selbstverständlichkeit! Könige, Ritter und Hofdamen Von der Sehnsucht nach einer nicht-irdischen Gegenwelt angetrieben schuf Ludwig II.
ein Schloss, dessen Innenausstattung heute die Besucher verzaubert. Kein geringerer als Richard Wagner
inspirierte mit seinen Opern den König, der die Räume mit prächtigen Bilderzyklen, angelehnt an die größten
mittelalterlichen Epen, ausstattete. Die Könige, Ritter und Hofdamen der Wandgemälde erzählen Geschichten über
Liebe und Leid, Schuld und Erlösung. Ludwig II. verspürte zu ihnen eine Seelenverwandtschaft, die sein Leben
und seine Geschichte für immer prägen sollte. Auch christliche Symbole und politische Ziele spiegeln sich in
den Prachträumen des Schlosses Neuschwanstein wider. Besonders der Thronsaal zeigt heute noch, dass Ludwig II.
den Wunsch hegte, eine von Gottes Gnaden überdachte Macht auszuüben. Eine Macht, die er als bayrischer König
zwar nie ausüben sollte, die aber heute noch zwischen den Mauern des Schlosses zu spüren ist.
Die schönsten Seen in Bayern und Baden-Württemberg
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||